Lese-Zeichen "Yoga"


„Man sagt, jemand der Yoga übt, lodert wie ein strahlendes Feuer und leuchtet. Seine Augen glänzen wie Sterne und seine Stimme ist angenehm und kräftig. Sein Körper ist schön und anmutig. Seine Sinne sind wach und sein Geist rein und erhaben …“
Swami Sivananda

 


Das Ziel aller Yogawege

Einswerden ist das Ziel aller Yogawege. Einswerden bedeutet das Aufgeben der Illusion, dass ich in meiner Individualität getrennt bin von allem, was Nicht-Ich ist. Alle Yogawege gehen von der Voraussetzung aus, dass der Mensch nie als unabhängiges Wesen existiert, sondern vielmehr immer in der Einheit lebt. Er weiß es nur nicht oder hat es vergessen. Das ist màyà, die große Illusion, eine Verzerrung seiner Wahrnehmung. Er ist eins und erlebt sich als alleine; er ist mit allem verbunden und erfährt sich als getrennt. Er hat keine Beziehung mehr zu seiner göttlichen Natur, sondern erlebt sich als begrenzt und vergänglich. Aus dieser Disharmonie, die auf dem Nichterkennen der eigenen Natur beruht, entsteht alles Leid dieser Welt. Und genau an dieser Stelle setzen alle Yogatechniken an. Sie sind erschaffen worden, um deutlich werden zu lassen, wie das Leid entsteht, und wollen uns Wege aufzeigen, es zu überwinden und es hinter uns zu lassen, so dass sich wieder Harmonie einstellen kann.

Diesen Weg muss jeder Mensch ganz für sich alleine gehen.

 

aus: "Yoga und Meditation - Ein Handbuch" von Anna Trökes

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Yoga im Alltag - ganz einfach...

"Tun Sie sich keinen Zwang an: Die Freude am Üben in den eigenen vier Wänden entwickelt sich vor allem durch liebevolle Achtsamkeit...

 

Vielleicht strecken Sie sich nach dem Aufstehen und nehmen einen ersten, tiefen, bewussten Atemzug, um die Sonne zu begrüßen und beugen sich danach mit einer langen Ausatmung nach vorne, um die Erde zu berühren. Vielleicht singen Sie unter der Dusche aus vollem Hals ein Mantra und freuen sich über Ihre Stimme. Vielleicht halten Sie vor dem Essen einen Moment inne und wertschätzen die Nahrung vor Ihnen. Vielleicht schlagen Sie beim Nachhausekommen eine Klangschale an und lauschen nach einem lauten Tag dem Klang nach, bis er verklungen ist. Sie können jeden Tag ein Yoga-Sutra lesen. Sie können drei Minuten sitzen und schweigen und Ihren Atem beobachten. Sie können eine Blume betrachten. Oder am besten bewusst etwas für andere tun. All diese Dinge machen uns aufmerksam und ändern die Atmosphäre um uns herum, unsere Stimmung und innere Einstellung. Aus solchen Anfängen entsteht eine eigene heilsame Yogapraxis."

 

Artikel von Michi Kern in "Yoga at home" (Sonderheft v. Yoga Journal)

 

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